1.5 Scheinselbstständigkeit

Immer öfters gibt es Chef:innen, die Arbeiter:innen nicht direkt anstellen, sondern ihnen ein Honorar zahlen - so als ob diese Selbständig wären.

„Selbständig“ ist aber nur, wer selbst seine Sozialversicherungsbeiträge einzahlt, und dies auch darf. Die AHV prüft nämlich, ob die Voraussetzungen dazu erfüllt sind. Wenn die entsprechende Arbeiter:in, aber fast nur Aufträge für einen einzigen Auftraggeber erhält, ist dies in Realität eine unsebständige Arbeit. Du hast die entsprechenden Pflichten, aber keinen Schutz durch einen Arbeitsvertrag. Somit gibt es auch keinen Kündigungsschutz und die Sozialabgaben müssen komplett selbstbezahlt werden. Es gibt keinen bezahlten Urlaub, keine Lohnfortzahlung im Fall von Krankheit, keine Unfallversicherung und keinen Schwangerschaftsurlaub. Das betriebliche Risiko - wenn es zum Beispiel mal wenig Aufträge gibt - liegt zudem bei diesen scheinselbständigen Arbeiter:innen.

Dies ist eine Umgehung des Arbeitsrechts. Es wird aber nur geahndet, falls sich die Betroffenen gerichtlich zur Wehr setzen. ist nicht legal. So ein Verfahren ist anstrengend an dauert. Es gibt aber auch hier verschiedene Möglichkeiten sich gewerkschaftlich zu organisieren und gegen Ausbeutung zu wehren!

1.5.1 Gig Economy

Als Gig Economy oder Plattformarbeit wird jener prekäre Typ von Arbeit bezeichnet, bei dem Aufträge über eine Onlineplattform zwischen Konsument:in und Arbeiter:in vermittelt werden. Klassische Beispiele sind Uber, verschiedene Lieferdienste oder Batmaid. Auch hier gelten die Probleme der Scheinselbständigkeit. Es gibt auch Formen der Gig Economy, wo es sich eher um Arbeit auf Abruf handelt: Es ist zwar ein Arbeitsvertrag vorhanden, aber es gibt kein garantiertes Mindestpensum.

Die Abhängigkeit von der Plattform ist oft sehr gross, während es wenig Rechte 13 und Absicherung gibt.

Die kollektive Organisierung ist in diesem Bereich erschwert, weil sich die einzelnen Arbeiter:innen einer Firma kaum kennenlernen. Es gibt aber mittlerweile verschiedene Beispiele, wo durch Organisierung Verbesserungen erkämpft wurden. Auch hier gilt es die Arbeitsbedingungen im Einzelnen anzuschauen, es lohnt sich aber auf jeden Fall in eine Beratung zu kommen, weil oft Arbeitsrechte nicht eingehalten werden.